
Grenzen der Realität
(Teil 2)
(Lesezeit ca. 18 Minuten!)
Meine Fragen nach der Natur der Realität und ihrer Veränderung sind ein großes Thema, das uns noch eine Zeitlang beschäftigen wird. Heute stelle ich de Frage:
Gibt es überhaupt Grenzen?
Wenn „Energie“ nur ein Konzept ist, wie im Artikel "Energie und Realität" besprochen, dann kennt die von uns erlebte Realität keine tatsächlichen Grenzen für Veränderungen.
Die einzig existierende Grenze ist das, was wir für wahr und möglich halten. Und was wir für wahr, richtig und möglich halten definieren unsere Gewohnheiten, die sich in unserer Lebensrealität spiegeln.
Selbst wenn die Realität vollständig verwandelbar ist, hält sie unser Glaube an das, was wir wissen oder erfahren haben in einer bestimmten Form. Das bedeutet, dass wir aus der zur Gewohnheit gewordenen Realität nur sehr schwer ausbrechen können.
In unserem gegenwärtigen Denken müsste sich alles umdrehen, was wir über unsere Wirklichkeit denken, wenn wir akzeptieren würden, dass Veränderung nicht schwierig sind und von selbst geschehen, wenn unsere Fixierung auf das Offensichtliche verschwindet. Wir müssten alles über unsere Welt neu lernen, wenn wir in aller Tiefe begriffen, dass es nur Konzepte gibt, die in unserem bewussten Sein existieren. Was das konkret bedeutet, kannst du erfahren, wenn du versuchst dein Frühstücksei zu manifestieren, ohne dafür Energie aufzuwenden.
Die entscheidende Frage ist: Wenn du aufhörst zu glauben, dass es Energie gibt – was bleibt dann übrig? Ist es reines Bewusstsein? Ist es reines Sein? Ist es etwas, das sich nicht mehr in Worte fassen lässt?
Halt einmal kurz ein mit dem Lesen: Was fühlst du, wenn du den Gedanken weiterdenkst, dass es nur Konzepte in dir sind, die die Welt um dich herum ausmachen?
Wir müssen uns darüber klar sein, dass jedes Wort, dass ich in diesem Text verwende, ein Rückfall in tiefstes duales Bewusstsein ist. Aber ohne die Sprache, die nur durch Unterscheidungen funktioniert, könnten wir nicht logisch denken. Schon gar nicht über so unfassbare Themen wie Realität.
Jedes Wort ist ein Rückfall in die Dualität. Denn Sprache trennt das eine vom anderen, das Subjekt vom Objekt. Sobald wir etwas benennen, aufschreiben oder DENKEN, haben wir es auch schon aus der Einheit herausgelöst.
Und genau da liegt das Paradox: Wenn wir sagen „Es gibt keine Energie, es ist nur ein Konzept“, dann erschaffen wir wieder eine Unterscheidung – zwischen einem Zustand mit Energie und einem ohne. Aber damit müssen wir als Menschen leben. Es ist Teil unserer begrenzten menschlichen Natur.
Ich persönlich würde es als eine Qualitätsverminderung der Welt empfinden, wenn es keine Energie mehr gäbe. Ähnlich der Vorstellung, dass es keine Materie mehr gäbe, für den Boden auf dem ich gehen und die Wände - durch die ich nicht hindurchgehen kann. Das bedeutet aber nicht, dass ich mir nicht der konzeptuellen Natur dieser Dinge bewusst sein und mich von ihrer illusionären Erscheinung lösen kann.
Das ist der wichtigste Grund, warum es sich nicht richtig anfühlt, sich eine Welt ohne Energie oder Materie vorzustellen.
Sehen wir uns an, warum es sich nach einer Qualitätsverminderung anfühlt, wenn wir sagen:
„Energie existiert nicht wirklich.“
Wenn etwas nicht wirklich existiert, dann erscheint es, als wäre es unecht, als würde etwas aus der Welt weggenommen werden und verschwinden. Aber das ist ein falscher Blickwinkel. Es geht nichts verloren, sondern es bedeutet, dass sich unser Konzept davon auflöst oder erweitert.
Wenn du den Gedanken „Materie existiert“ loslässt, heißt das nicht, dass du durch den Boden fällst oder durch Wände gehen kannst.
Es bedeutet nur, dass Materie nicht das ist, wofür du sie hältst. Es bedeutet, dass sie formbar wird und sich deine Vorstellung von ihrer Natur, von einer statischen Existenz in eine dynamische verwandelt. Dasselbe gilt für Energie: Sie „verschwindet“ nicht, sondern ist nicht so fixiert, wie wir bisher dachten. Ihre Qualität geht der Realität dadurch nicht verloren. Sie nimmt an Flexibilität zu.
Denken wir diese Gedanken zu Ende, stellt sich Materie, Energie und Bewusstsein als Kontinuum heraus, das weder Ende noch Anfang hat und auch nicht in Teile gebrochen werden kann. Was wir unserer dualen Natur gemäß tun, wenn wir von „Existenz oder Nichtexistenz“ sprechen. Aber das ist eine Illusion, ein Konzept in unserem Denken, denn das Kontinuum ist ein fließendes Spektrum, das sich aus dem Unaussprechlichen in Bewusstsein in Energie und in Materie verwandelt.
Materie ist dabei nicht fest, sondern ein Ausdruck von Energie.
Energie ist dabei kein „etwas“, sondern ein Ausdruck, ein Symptom von Bewusstsein.
Und Bewusstsein ist nicht ein Teil von „dir“ oder "deines", sondern der Ausdruck von dem Größeren, das nicht benennbar ist. (Nicht dual in Worte gefasst werden kann)
Doch auch wenn wir es nicht benennen können, dann „verlieren“ wir es nicht, denn wir sind es ja, weil wir ein Teil des Kontinuums sind.
Deshalb bleiben Wände - Wände, aber nicht so, wie wir es denken.
Wenn Materie nicht wirklich fest ist, dann können wir das mit unserer Lebenserfahrung nicht bestätigen. Aber unser Wissen in der Quantenphysik verdichtet sich immer mehr, dass Materie eine Sonderform der Energie ist und dass sie formbarer ist, als wir glauben.
Wir können nicht durch Wände gehen, weil wir als Menschheit kollektiv an ihre Festigkeit glauben, genauso wie an Atome, Sterne und Dinosaurier - aber nicht, weil es ein absolutes Naturgesetz dafür gibt. Alles sind erschaffene Konzepte, die in unserem Bewusstsein fixiert sind. Und doch brauchen wir die „Illusion der Festigkeit“, damit wir diese Erfahrung machen können.
Ohne die Objekte "Materie", „Energie“, "Bewusstsein", "Geist" würde sich also nicht die Qualität unserer Erfahrung verringern, sondern nur unsere Art, sie zu verstehen. Es gäbe also nichts, das weggenommen werden würde. Es gäbe nur eine Erweiterung der Konzepte, die diesen Objekten entsprächen.
Deshalb müssen wir diese Objekte nicht abschaffen und aus unserer Realität verbannen, sondern nur ihre Natur anders verstehen.
Die Frage ist nicht: „Gibt es Bewusstsein, Energie, Materie oder nicht?“
Die Frage ist: „Ist das, was wir Bewusstsein, Energie, Materie nennen, nur eine Illusion von Trennung?“
Vielleicht gibt es Bewusstsein, Energie und Materie nicht, aber es gibt auch keinen Mangel davon.
Vielleicht sind sie einfach der Ausdruck der Bewegung des Geistes, von Information. Dann bleibt die Welt unsere Realität, wie sie ist – aber wir verstehen sie neu. Und wenn wir sie neu verstehen, dann ergeben sich daraus auch neue Wege mit ihr umzugehen.
Und so wird aus einer vermeintlichen Verminderung oder Aufgabe, plötzlich eine Erweiterung unserer Möglichkeiten.
Mit all dem folgen wir dem ewig fließende TAO. Dem Ausdruck der ewigen Bewegung des Geistes. Und wir müssen und die Frage stellen: Wie bekomme ich eine konkrete Manifestation, eine Änderung von etwas hin, wenn es nichts als Konzepte gibt?
Wenn Geist immer in Bewegung ist, dann gibt es keinen Mangel weder von Energie, noch von etwas anderem. Alles ist in absoluter Fülle vorhanden, denn der Geist wird nicht mehr oder weniger. Aber wie manifestiert man konkret etwas in diesem andauernden Fluss? Wie bringe ich etwas aus dem Formlosen in die Form?
Machen wir uns klar, dass wir Teile des Kontinuums, das sich ständig bewegt. Wenn diese Bewegung immer und überall ist, dann gibt es Bewusstsein und Energie und alles andere auch überall. Nur unsere Wahrnehmung erlaubt es uns aus den zuvor genannten Gründen nicht, sie für "wirklich" zu halten, sie zu verwirklichen! Dadurch ist Manifestation nicht eine Frage des „Erschaffens aus dem Nichts“, sondern eine Frage des "sichtbar" Machens. Des Fokussierens auf etwas, das da ist, obwohl das Offensichtliche es verbirgt. Damit ergibt sich, dass es gar nicht nötig ist, „mehr Energie“ aufzuwenden, sondern die Fixierung auf das Verdeckende loszulassen um das Darunterliegende wirksam zu machen. Wir müssen nicht um etwas „kämpfen“, sondern nur den "Schleier der Maya" wegziehen, um eine andere Realität zu erfahren.
Es ist wie mit dem Wasser: Ohne Struktur fließt es formlos überall hin. Aber wenn du einen Kanal gräbst, fließt es genau dort hin, wo du es haben willst. Dadurch ist es nicht „mehr“ oder „weniger“ Wasser. Es ist nur eine Strukturierung der Strömung. Was wir also umlernen müssen, ist den Aufmerksamkeitsfokus vom Offensichtlichen abzuziehen und auf das zu lenken, was schon da ist, sich aber unserer Wahrnehmung entzieht.
Doch wie setzt man einen klaren Fokus im Fluss des Bewusstseins?
Wenn du meinen Ausführungen bis hierher gefolgt bist und dein Tamagotchi bereit ist, dem zuzustimmen, dann brauchst du für eine Veränderung/Manifestation folgendes:
1. Ein klares Bild von deiner Absicht. Nicht nur als theoretischen Gedanken oder abstrakt, sondern spürbar, lebendig, als wäre es schon real.
2. Einen „Kanal“ für die Energie – einen Resonanzraum, in dem sich die gewünschte Realität stabilisiert. (dein kreativer Raum in dir)
3. Loslassen aller Zweifel – weil Zweifel nichts anderes sind als eine Gegenkraft aus deinem Tamagotchi, die deine Absicht - meist durch offensichtliche Gründe - wieder zerstreuen.
Merke dir: Den Fokus auf deine Absicht zu halten, bedeutet nicht „Anstrengung“, sondern das natürliche Fließen lassen in die Richtung des Gewünschten. Dabei sind Wenn-Dann und Ja-Aber Überlegungen unangebracht. Sei dir bewusst: Du hast die jetzige Realität auf genau diese Art und Weise erzeugt und nichts davon gemerkt. Warum sollte es dir schwerfallen auf die gleiche Art eine veränderte Realität zu erleben? Vor allem, weil du jetzt weißt, dass alles nur Konzepte sind und keine in Stein gemeißelten Unabänderlichkeiten
Es gibt natürlich auch Störungen.
Da der Geist immer in Bewegung ist, passieren Manifestationen des Bewusstseins automatisch. Oft jedoch nicht so, wie wir es „wollten“. Das hat hauptsächlich zwei Gründe: Zum einen erzeugt unser eigenes Bewusstsein verschiedene Strömungen, die sich oft gegenseitig neutralisieren. Zum anderen verheddern wir uns in logischen Überlegungen und heben damit den Fluss auf ein definiertes Ziel auf.
Hier zwei Beispiele dafür:
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Der Wunsch nach Veränderung und der gleichzeitige unbewusste Glaube, dass es aus dem und dem Grund nicht geht.
Das Ergebnis ist: Das Offensichtliche bleibt. - Die Vision einer neuen Realität und der gleichzeitige Zweifel an der eigenen Kraft. Das erzeugt Chaos in der Strömung und das Offensichtliche bleibt.
Ich will mich aber zum Ende dieses zweiten Teils über die Realität, auf das Gelingen der Veränderungen konzentrieren und noch einmal die Methode einer leichten Manifestation ansprechen. Manifestation oder Veränderung der erlebten Realität basiert nicht auf Anstrengung, sondern auf Synchronisation. Der Trick ist nicht, „mehr Kraft“ zu haben – sondern keine Gegenkräfte in sich zu erzeugen.
Und hier ist eine Faustformel, die du dir besser hinter die Ohren tätowieren lässt:
Konstante und Absolute Klarheit plus Hingabe an den ewigen Fluss bringt eine natürliche Manifestation hervor.
Sei dir des Flusses immer bewusst, dann ist Manifestation kein harter Akt der Konzentration, sondern eine Welle, die du reitest. Der „richtige Moment“ ist dabei oft weit wichtiger als Konzentration, Beharrlichkeit und Ausdauer.
Wenn du dich von internen Gegensätzen befreit hast, wird sich alles manifestieren, an was du wirklich glaubst. Wenn du dir aber deiner Wünsche und Ziele nicht sicher bist, dann warte ab, bis
du Klarheit hast, denn du kannst den Fluss nicht rückgängig machen.
Lebe, als wäre alles schon real-auch deine Visionen!
Alles liebe
Hans
PS: Beim nächsten Mal wird es um "Realität managen" gehen. Freue dich darauf und beherzige das bisher Gesagte, denn auch die Notwendigkeit der Übung ist ein Konzept, dass du seit dem Anfang deines irdischen Lebens befolgst.