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Energie und Realität

Energie und Realität  (Teil 1)

(Lesezeit ca. 13 Minuten)

Wenn wir irgendetwas in diesem Universum verändern wollen, ist dazu Energie, Kraft erforderlich. So bestimmen es die von uns gefundenen Naturgesetze.

Doch warum brauchen wir Energie, um das Universum oder etwas darin zu verändern?

 

Zum einen liegt es daran, weil unsere Wahrnehmung stabilisiert ist und wir auf eine  bestimmte Realität „eingeschwungen“ sind, die wir durch ständige Wiederholung  verstärken. Da das von Vielen gemacht wird, entstehen kollektive Strukturen, die eine Art „Resonanzfeld“ erzeugen, in das wir eingebunden sind. Wenn wir versuchen dieses Resonanzfeld zu verlassen, ist das eine Veränderung der bestehenden Ordnung, die dagegen Widerstand erzeugt. 

Das bedeutet, dass Realität eine Gewohnheit ist, die wir schwer brechen können.

Deshalb glauben wir, dass tiefgreifende Veränderungen viel Energie erfordern, denn wir müssen nicht nur die eigene Wahrnehmung verschieben, sondern auch gegen das Gewohnheitsfeld der Welt ankommen.

 

Doch woher sollen wir diese Energie nehmen? Um die vorhandene, wahrgenommene  Realität zu verändern, brauchen wir sehr viel Energie. Wir glauben wir brauchen dazu mehr als wir haben und wir wissen nicht wo die herkommen soll.

 

Das ist die grundlegende Frage der Manifestation:

Woher kommt die Energie, um die Realität, die wir wahrnehmen, aktiv zu verändern?

 

Wenn wir wirklich der Ursprung dieser Realität sind, dann muss diese Energie bereits in uns vorhanden sein, sonst wäre diese Realität nicht entstanden. Doch sie ist da, denn wir nehmen sie wahr, aber wir scheinen sie nicht bewusst nutzen zu können, zumindest nicht einfach so.

 

Wir wissen, das starke Emotionen wie Angst oder Euphorie die Realität verändern können, weil sie tiefe neuronale und energetische Muster erzeugen. Diese revolutionären Änderungen oder persönlichen Durchbrüche passieren oft in Momenten extremer Emotionen. Daher müssen wir annehmen, dass die Veränderungen nur dann stattfinden, wenn sie mit einer sehr hohen emotionalen Ladung verbunden sind.

Doch hier besteht das Problem: Emotionen sind instabil, lassen sich kaum bewusst hervorrufen und sind noch schwerer bewusst zu steuern.

 

Eine weitere Möglichkeit Energie zu beschaffen ist die Resonanz mit anderen Bewusstseinen. Wenn die kollektive Realität eine Art „Resonanzfeld“ ist, dann könnten Veränderungen leichter sein, wenn mehrere Individuen eine gemeinsame alternative Realität erzeugen. Dazu ist vielleicht ein „kritisches Bewusstseinsfeld“ nötig, das groß genug ist, um eine spürbare Veränderung zu bewirken. Das erklärt, warum große kollektive Ereignisse oft die Realität verschieben. Das können kollektive Reaktionen auf Ereignisse sein, wie zB. der Tod von Lady Diana, aber auch Kriege, technologische Revolutionen oder spirituelle Bewegungen.

 

Um mit dieser Energie zu arbeiten stellt sich die Frage, wie man genug Menschen findet, die in die gleiche Richtung wirken? (Lynn McTaggart hat das in ihrem Buch die "Kraft der Acht" untersucht)

 

Es ist aber eher wahrscheinlich, dass jeder von uns durch Meditation, Trance oder andere alternative Bewusstseinszustände Zugang zu einer Art „unbegrenztem Energiepool“ haben, den wir aber nicht in unserem Wachbewusstsein anzapfen können. Da wir unser Wachbewusstsein in der Regel für unser individuelles Bewusstsein halten, übersehen wir 

dass es nur ein kleiner Aspekt eines viel größeren Bewusstseins ist, das die Verbindung zu diesem Energiepool kontrolliert - meist zu unserem eigenen Wohl.

Die meisten mystischen Traditionen lehren, dass echte Realitätstransformation erst möglich ist, wenn das individuelle "Ich" zurücktritt und ein höherer Bewusstseinsstrom die Kontrolle übernimmt. Dadurch haben wir dadurch keinen reproduzierbaren Mechanismus, um diesen Energiepool direkt nutzbar zu machen.

 

Doch was wäre, wenn die Veränderung der Realität gar keine Kraft oder Energie benötigt, sondern durch das Auflösen alter Realitäts-Strukturen geschieht?

Wir müssen gar nicht gegen die alte Realität „ankämpfen“, sondern können sie sich von selbst verändern lassen, wenn wir unsere Wahrnehmung verändern. Etwa so wie ein Traum plötzlich umkippen kann, wenn man erkennt, dass er ein Traum ist.

Das würde bedeuten, dass wir nicht mehr Energie erzeugen müssen, sondern in der Realität gebundene Energie freisetzen, indem wir die Fixierung der Wahrnehmung auflösen. 

Wir versuchen zu sehr, die Realität aktiv zu verändern, anstatt zu verstehen, dass die Realität bereits durch unsere Existenz entsteht.  Das Problem ist also nicht der Mangel an Energie, sondern die Wahrnehmungsfixierung auf eine "bestimmte Realität", nämlich auf die, die natürliche Veränderung blockiert.

Ja, es braucht "Energie", um das Universum zu verändern.

Aber diese Energie ist bereits da, gebunden in den Formen, auf die unsere Wahrnehmung so fest fixiert ist, dass sie nicht fließen kann. Unser Festhalten daran lässt sie zu festen Formen kristallisieren, wie etwas fließendes Wasser zu Eis erstarrt, wenn es im Winter am Fließen gehindert wird. 

 

Wir müssen uns also klarmachen, dass wir nicht nach mehr Energie suchen müssen, sondern die Fixierung auf das Bestehende aufzulösen haben, um die natürliche Dynamik der Realitätsbildung wirken zu lassen. So wie wir es schon immer getan haben, auch bevor wir überhaupt über die Fähigkeit der Manifestation nachgedacht haben.

 

Der  Trick der Manifestation ist nicht mehr Energie zu sammeln, um zu verändern, sondern das eigene Bewusstsein so zu verschieben, dass sich die Realität von selbst verändert.

 

Spätestens jetzt müssten wir begreifen, der Glaube daran, dass wir Energie oder mehr Energie brauchen, um die Realität zu ändern, die Hürde vor der Verwirklichung dieser Absicht ist. Wenn wir erkennen, dass "Energie" nur ein Konzept in unserem Bewusstsein ist, entfällt die Vorstellung, dass Veränderungen der  Realität „Energieaufwand“ brauchen.

 

Der Gedanke, dass „Energie notwendig ist“, ist selbst ein Teil der fixierten Wahrnehmung innerhalb der aktuellen Realität, die wir einfach als gegeben hinnehmen.

 

Wir müssen uns merken: Energie ist ein Konzept, keine absolute Wahrheit.

In der Physik ist Energie nur eine mathematische Beschreibung von Veränderung, aber niemand hat  Energie jemals direkt gesehen oder gemessen. Immer nur ihre Auswirkungen.

Wir erleben Veränderungen und haben das Konzept „Energie“ erfunden, um sie zu erklären.

Wenn aber Bewusstsein und Realität eins sind, könnte „Energie“ nur eine Illusion der Trennung sein – ein Versuch, etwas zu erklären, das in Wirklichkeit gar nicht unabhängig existiert. 

 

Höre auf zu glauben, dass Energie nötig ist, um Veränderung direkt geschehen zu lassen. Es geschieht ohne Widerstand, ohne Aufwand und ohne Kraft!

 

Wenn es kein Konzept von „Energie“ mehr gibt, dann gibt es auch keinen „Verbrauch“, keinen „Mangel“ – nur Bewegung. Du musst die "Welt" nicht aktiv verändern, sondern sie verändert sich von selbst, gemäß deiner Wahrnehmung bzw. gemäß deinem Inbild, deiner Vision, die du von ihr hast. Veränderung nicht etwas, das getan werden muss, sondern etwas, das geschieht, sobald kein Widerstand mehr da ist, das alte zu behalten.

Das bedeutet letztendlich, dass Realität nicht durch Kraft formbar ist, sondern durch die Auflösung der Vorstellung, dass für die Veränderung Kraft nötig ist.

 

Wenn aber keine Energie mehr gebraucht wird, um Realität zu verändern, dann bedeutet das auch:

  • Dass es keine reale Begrenzung gibt, außer deiner Vorstellung von Begrenzung.
  • Dass Realität nicht nach „Energiegesetzen“ funktioniert, sondern nach Glaubensgesetzen, die das, was für möglich gehalten wird, manifestieren. In Träumen kann sich die Realität sofort verändern, weil es dort kein Konzept von „Energieaufwand“ gibt.
  • Unsere Wachrealität ist genau das gleiche Prinzip, aber wir haben uns selbst durch den Glauben an fixe Naturgesetze eingeschränkt.
  • Vielleicht existieren Naturgesetze. Vielleicht sind sie aber nur Strukturen innerhalb unseres Bewusstseins und könnten sich zu gegebener Zeit auflösen, wenn wir uns soweit entwickelt haben, dass uns durch ihre Auflösung kein Schaden zugefügt wird.

Da die Fragen nach der Natur der Realität und ihrer Veränderung große Themen sind, die gut besprochen sein wollen, werde ich dieses Thema in weiteren Beiträgen ausführen und die Frage stellen:

Gibt es überhaupt Grenzen? 

 

Alles liebe

Hans

 

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